Classics

: Klassiker


Information

Ein großer Durchbruch in der Geschichte der Fotografie war die Erfindung des Negatives, es machte plötzlich jedes Abbild reproduzierbar, aus einem Foto konnte man bald – ohne größeren Aufwand – eine große Anzahl an Kopien schaffen.

Heute, im digitalen Zeitalter, ist dies noch einfacher geworden. Ohne große Probleme, schaffen die meisten Menschen es – auch ohne auf die Tastatur zu schielen – die Tastenkombination Strg+C zu betätigen. Routine. Strg+V ähnlich simpel; quasi beieinander. Die Menge und Flut an Fotos, die täglich durch die sozialen Netzwerke und Plattformen gespült und gepresst werden, liegt jenseits unserer Wahrnehmung, wir können nur ein Gefühl davon bekommen. Um ein einzelnes Foto zu etwas Besonderem und damit evtl. auch für den Kunstmarkt interessant zu gestalten benötigt es daher womöglich auch neue Ansätze und Überlegungen. Besonders reizt mich die Idee aus einem Foto ein Unikat, ein Einzelwerk zu generieren, denn dies wiederum macht sich durch die einfache Gewichtung von Angebot und Nachfrage, zu etwas Interessantem.
Mein Ansatz ist nun folgender: Optimal fotografiert man analog, stellt mit dem Negativ einen Print her, und verkauft zusammen mit diesem auch das Negativ, oder noch besser: zerstört Letzteres und gibt die verbliebenen Reste in einer goldenen, mit rotem Samt verkleideten Schatulle weiter. Ein anderer Ansatz wäre, vorerst ebenso einen Print zu erstellen – der Prozess kann ähnlich sein, aber auch digital erfolgen – und anschließend aus dem Print durch Bearbeiten mit verschiedenen Techniken – evtl. durch die Kombination mit anderen Kunstformen, wie der Malerei, des Siebdrucks, oder vielen Weiteren – ein Einzelwerk zu generieren. Letztere Variante habe ich für folgende Serie gewählt: „Classics“ — Klassiker aus der Designgeschichte, abgebildet ohne besondere Effekte; ein frontales Abbild; eine perfekte, sachliche Fotografie eines Objektes; das Lesen vereinfacht, die Sprache des Bildes nicht weiter verschlüsselt.
Selbstverständlich wird Schwarz /Weiß fotografiert.
Die Farbe kommt erst später hinzu, denn mittels Siebdruck wird in rotem Vollton ein Element, eine Sache oder ein Hintergrund geschaffen /hinzugefügt, welches das abgebildete Objekt in seiner Funktion unterstreicht.

Durch diese Vorgehensweise wird ein kräftiger Kontrast (schwarz, weiß, rot) geschaffen und darüber hinaus ein Unikat produziert.


 

classics_01
Classic, № I, 2015

classics_02
Classic, № II, 2015

classics_03
Classic, № III, 2015

classics_04
Classic, № IV, 2015

classics_05
Classic, № V, 2015

classics_06
Classic, № VI, 2015

classics_07
Classic, № VII, 2015