Gefuehl

: sense


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Hat man am Vortag reichlich Alkohol in die Gefäße geleert, weiß man nach dem Aufwachen oft nicht genau, ob der Kopf den Tag über dem WC verbringt, oder ob er einfach langsam immer weicher wird, und man sich sorglos durch die Umwelt schieben darf; dies ist dann wie fliegen.
Wie ich das jetzt schreibe, habe ich weder in jüngerer Vergangenheit Alkohol konsumiert, noch hätte ich Zeit, es demnächst zu tun – Stress ist die Droge die mich momentan treibt; warum ich dennoch obiges geschrieben habe, ist ganz einfach, es liegt am Gefuehl.

Als Hintergrund dient eine große, weiße Stoffbahn, welche faltig zu Boden hängt. Durch die Lautsprecher klingen sanft die Stücke von Apparat; draußen weht der Wind; innen liegt, obwohl es sich so anfühlt, kein Schnee – nicht der Kälte wegen, sondern aufgrund der Eigenschaft des Schnees, die Atmosphäre auf eine besondere Art zu dämpfen, die gesammelte Materie durch ein feines Sieb zu wiegen, und nur manches als gut genug zu befinden.

Vor der Stoffbahn bewegt sich langsam der Körper einer Frau. Ich konzentriere mich ausschließlich auf eine stille Emotion; technische Parameter wie Schärfe, Unschärfe, Anschnitt und Licht wähle ich unterbewusst; vorallem die Unschärfe.

Melancholie und Stille in Form von Bildern.

Alles sehr zerbrechlich.

Nichts mit Farbpulver ins Gesicht – einfach nur Portraits.


 


Gefuehl, № I, 2015


Gefuehl, № II, 2015


Gefuehl, № III, 2015


Gefuehl, № IV, 2015


Gefuehl, № V, 2015


Gefuehl, № VI, 2015


Gefuehl, № VII, 2015


Gefuehl, № VIII, 2015


Gefuehl, № IX, 2015