Tribut

: tribute


Information

Stuttgart, 22.03.2013
Dietmar H. schreit lautstark Worte der Begrüßung ins Publikum, dass er erkältet ist stört ihn, er teilt uns dies wenig später mit, schreiend; ein weiser Mann; eine besondere Szene. Eventuell Improvisationstheater, eventuell auch nicht, eher nicht. Ich stehe da und warte. Bin Beobachter und Zuhörer; primär warte ich aber darauf, Anderes beobachten zu können.
Eine große Menge an Fotografien – gerahmt, hinter Glas – findet sich in den Nebenräumen, der Großteil der Bilder liegt am Boden; selbstverständlich nur, weil sich in dieser Position die Beleuchtung so besonders auf dem Glas spiegelt (Einfallwinkel ergibt den Ausfallwinkel, ein bisschen Licht geht flöten, der Rest zurück, weil dichteres Medium, Totalreflexion), das Betrachten der Werke wird zur Herausforderung; Hilfe bietet das Wissen, dass all den Bildern das gleiche Motiv zu Grunde liegt: Automobile.

In der Ausstellung wird eine ausgesprochen gute Auswahl von Automobil Fotografien gezeigt, von alt bis jung; der Kontrast zwischen diesen wird in dem geschlossenen Raum besonders deutlich: Auf der einen Seite findet man perfekte Bildkompositionen, das Spiel mit natürlichem Licht, und eine “leise” Bildsprache; im Gegensatz dazu, auf der Anderen: Laute, mit Effekten überflutete Werke, bunt und gesättigt, welche von jeglichem Realismus (bewusst) Abstand halten; auffallend sind beide, letztere eventuell etwas mehr, dafür auch kurzweiliger.
Ich finde Gefallen an Ersteren. Wie eine Schatzkiste öffnet sich auf diesem Boden eine Welt der Bildgestaltung, wie ich Sie selbst nicht mehr erlebt habe, aber durchaus kenne. Manche Bilder haben sich so in mein Bewusstsein eingebrannt, dass ich mich noch heute klar und deutlich an diese erinnere. Es ist die großartige Wirkung von perfekt komponierten Lichtbildern, welche dies möglich macht.

Zurück in der warmen „Stube“ notiere ich folgende Zeilen:
„Gefordert – von mir selbst – sind Bilder, welchen eine präzise Bildgestaltung, nach den Grundregeln dieser (Goldener Schnitt, Asymmetrie, Symmetrie, Dreiteilung, Wiederholung, etc.) zugrunde liegt. Weiters muss sich die Sonne – da ausschließlich natürliches Licht verwendet wird – genau an jener Position befinden, welche für das Motiv optimal ist; so ist jede Minute und ein waches und geschultes Auge absolut entscheidend. Die Fotografien sollen später möglichst hochwertig wirken und pure Ästhetik ausstrahlen. Dem Oldtimer, welcher einen langen Entstehungsprozess hinter sich hat, um diese perfekte Form zu schaffen, um so wiederum – in seiner Schönheit – mehrere Jahrzente zu bestehen, soll Tribut gezollt werden.“


 

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Tribut, № I, 2014

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Tribut, № II, 2014

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Tribut, № III, 2014

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Tribut, № IV, 2014

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Tribut, № V, 2014

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Tribut, № VI, 2014

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Tribut, № VII, 2014

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Tribut, № VIII, 2014

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Tribut, № IX, 2014

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Tribut, № X, 2014

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Tribut, № XI, 2014

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Tribut, № XII, 2014

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Tribut, № XIII, 2014

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Tribut, № XIV, 2014

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Tribut, № XV, 2014

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Tribut, № XVI, 2014

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Tribut, № XVII, 2014

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Tribut, № XVIII, 2014

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Tribut, № XIX, 2014